Franciacorta - was ist das eigentlich?
Franciacorta ist eine Weinbauregion in der Lombardei am südlichen Rand des Iseo Sees in der Provinz Brescia. Schon immer hatte die Produktion von Schaumwein hier eine große Bedeutung, wurde aber erst seit den 80er Jahren überregional so richtig bekannt. Seit den 90er Jahren haben Franciacorta Schaumweine DOCG Status, also die kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung, die mit Regeln für die Herstellung verknüpft ist: Ernte nur von Hand, hergestellt mittels traditioneller Flaschengärung mit mindestens 18 Monate Hefelager, 30 Monate für Franciacorta Millesimato und 60 Monate für die Riserva. Die zugelassenen Rebsorten sind Chardonnay, Weißburgunder, Pinot Noir und Erbamat, eine alte, regionale Rebsorte. In welchem Verhältnis sie verwendet werden dürfen ist festgelegt, wobei hier ein gewisser Spielraum für die Winzer entsteht. Für den Satén spielt der Druck in der Flasche eine Rolle, hier ist er niedriger als bei den übrigen Produkten. Auch die Einteilung des Restzuckergehalts für die jeweiligen Produkte ist vorgeschrieben.
Franciacorta
Die erlaubten Rebsorten sind Chardonnay, Pinot Noir, Weißburgunder und Erbamat, wobei Weißburgunder bis maximal 50% und Erbamat ist bis zu maximal 10% zulässig sind. Mindestens 18 Monate Hefelager, Druck in der Flasche zwischen 5 und 6 Atmosphären. Zugelassenen Zuckergradation: Pas Dosé, Extra Brut, Brut, Extra Dry, Sec oder Dry, Demi-Sec.
Franciacorta Satèn
Zugelassen sind die Rebsorten Chardonnay und Weißburgunder, wobei der Anteil an Weißburgunder maximal 50 % betragen darf. Es ist immer der Chardonnay, der bei Satèn den Ton angibt, je höher der Anteil an Chardonnay ist, desto cremiger der Satèn. Der Druck in der Flasche ist hierbei immer etwas niedriger als bei den anderen Sorten, maximal 5 Atmosphäre. Das resultiert in einer deutlich zarteren Perlage, manchmal ist der Satèn eher moussierend. Die Mindestdauer der Hefelagerung beträgt 24 Monate. Satèn ist immer ein „Brut“, auch wenn es sich um Jahrgangssatèn oder eine Riserva handelt. Satén - der "Seidige".
Franciacorta Rosé
Die schöne Farbe kommt durch den Mindestanteil von 35 % Pinot Noir, es sind aber auch alle anderen in der Franciacorta zugelassenen Rebsorten verwendbar: Chardonnay (maximal 65%), Weißburgunder (maximal 50%), Erbamat (maximal 10%). Je höher der Pinot Noir Anteil ist, desto eleganter, fruchtiger und ausdrucksstärker ist der Rosé. Für den Rosé sind mindestens 24 Monate Hefelager vorgeschrieben. Zugelassene Zuckergradationen: Pas Dosé, Extra Brut, Brut, Extra Dry, Sec oder Dry, Demi-Sec.
Franciacorta Millesimato
Für den Millesimato müssen mindestens 85% des Grundweins aus einem Jahrgang stammen. Hier zeigt sich die Eigenheit des jeweiligen Jahrgangs also deutlich. Mindestens 30 Monate Lagerung auf der Hefe sind hier vorgeschrieben.. Es werden also nur ganz besonders gute und lagerfähige Jahrgänge für den Millesimato verwendet. Zugelassene Zuckergradationen sind hierbei Pas Dosé, Extra Brut, Brut und Extra Dry (außer Satèn, hier nur Brut s.o.).
Franciacorta Riserva
Für die Riserva werden besonders hochwertige, langlebige Jahrgangsweine verwendet. Die Reife auf der Hefe beträgt mindesten 60 Monate. Hierbei entstehen besonders komplexe Aromen mit schöne Reifenoten. Die zugelassenen Zuckergradation sind: Pas Dosé, Extra Brut und Brut (außer Satèn, hier nur Brut s.o.).
Einteilung der Zuckergradation:
Pas Dosé: Zuckergehalt bis zu 3 g/l
Extra Brut: Zuckergehalt unter 6 g/l
Brut: Zuckergehalt unter 12 g/l
Extra Dry: Zuckergehalt 12-17 g/l
Sec oder Dry: Zuckergehalt 17-32 g/l
Demi Sec: Zuckergehalt 33-50 g/l
Quelle: Konsortium Franciacorta: https://franciacorta.wine/de/